Biosomadynamische® Atemtherapie

Der Name „Biosomadynamische® Atemtherapie“ ist ein neuer, im Entstehen begriffener Ausdruck. Diese Form der Atemtherapie berücksichtigt die Elemente der TEN, indem sie Konstitution und Temperament des Patienten integriert.

Definition

Biosomadynamik bedeutet in diesem speziellen Sinne, dass das Leben durch das Verhalten des Einzelnen und das Zusammenspiel mit anderen sowie von dessen Umwelt geprägt ist. Körperliche und seelische Befindlichkeiten sind Reaktionsmuster, die in dynamischen Atemmustern beobachtet werden können (belebter Körper im Zusammenspiel mit dem Atem).

Anamnese

Das Atemmuster spiegelt das Ergebnis der Kindheitserfahrungen. Um in der biosomadynamischen Atemtherapie gezielt arbeiten zu können, ist es deshalb notwendig, grundlegende Szenarien aufzugreifen. So werden im therapeutischen Prozess längst überholte Verhaltensreaktionen aus allen Ebenen des Seins bewusst gemacht. Im sogenannten ASEP, dem grundlegenden Szenarium des Patienten, wird das psychosoziale, emotional gebundene Beziehungsmuster der Herkunftsfamilie und der heutigen sozialen Lebensform einer Eigenanalyse durch Wahrnehmungsschulung unterzogen.

Diese Muster zeichnen sich im Körper als Unter- oder Überspannungen der Muskulatur ab. Bereits im Mutterleib sowie im Leben von Geburt bis zur Pubertät wird die Entwicklung des Kindes durch vielschichtige Erlebnisse geprägt. Nach der Geburt und in den ersten Lebensmonaten und -jahren haben der Familienkontext und das Umfeld unterschiedlichen Einfluss auf das Kind. Erst langsam kann sich die Bewusstseinsfähigkeit sowie die Möglichkeiten, die eigene Kraft einzusetzen, entwickeln, um die eigenen Bedürfnisse klar zu verbalisieren. Manchmal aber lässt das Umfeld solche Entwicklungen nur beschränkt oder gar nicht zu. Diese Erlebnisse speichert der Körper in den Zellen. Durch das Atemmuster werden diese Erfahrungen des Klienten erkannt. Durch das Atemverhalten entwickeln sich die unterschiedlichsten Charakterstile. Je nach Konstitution und Temperament ist es dem Patienten möglich, Ressourcen zu schaffen oder „Überlebensmuster“ zu entwickeln. Wenn ein Mensch im Hier und Jetzt seine Erfahrungen von Ängsten, Trauer und Schmerz bewusst wahrnimmt, so kann er mit seinem heutigen Erwachsenen-Ich reagieren.

Therapie

Durch die therapeutische Arbeit ist es möglich, die längst veralteten und teilweise regressiven bzw. aggressiven Verhaltensmuster anzugehen. Biosomadynamische Atemarbeit bedeutet für den Betroffenen ein bewusstes Erkennen seiner Reaktionsmuster auf verletzende Situationen im frühkindlichen und kindlichen Alter (dechiffrieren/entziffern), Ressourcensuche, Verarbeitungsmöglichkeiten zu finden und sich selbst „nachnähren“ zu lernen. Die Arbeit des Therapeuten ist es, mit dem Patienten Strategien zu entwickeln, um im Alltag problembeladene Situationen adäquat und gelassen zu meistern.

In der Arbeit der biosomadynamischen Atemtherapie werden Elemente der Gesprächs- und Gestalttherapie genauso integriert wie bedürfnissorientierte, bewusste körperzentrierte Übungen mit bewusstem Hinatmen, Massagen und Selbstberührung. Um den Gedanken der TEN gerecht zu werden, passt sich diese Form der Atemtherapie den Konstitutionen und Temperamenten an. So werden beispielsweise Blockierungen und Panzerungen eines überwiegend cholerischen Charakters mit Atemübungen des „Dampfablassens“ in Fluss gebracht. Während man dem sanguinischen Temperament mit erdenden Körperübungen Ruhe und Halt vermittelt, wird dem Melancholiker behutsam bei der Einatmungsphase Raum durch Locken des Atems geschaffen. „Nachnährung“ der kindlichen Bedürfnisse können bei allen Typen mit einer sanften rhythmischen Massage im Atemfluss oder durch tägliche Übungen zuhause erfolgen.

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